Ja, wir haben Platz.

Vermittlung zwischen Geflüchteten und Wohnungen / WGs

Du hast ein Zimmer in Deiner WG frei? Du suchst eine Wohnung für eine Familie? Du suchst ein Zimmer mit französischsprachigen Mitbewohner*innen? Du möchtest eine Wohnung an eine Familie vermieten? … Wir alle, in welcher Situation auch immer, haben Vorstellungen, Ansprüche aneinander und Einschränkungen. Dazu bedarf es Kennenlernen und Absprachen.

Die WG-Vermittlung sammelt Angebote und Gesuche und bringt diese zusammen. Ferner unterstützen wir Euch bei einem gleichberechtigten Kennenlernprozess, Vermittlung von weiterführender Unterstützung und den Formalien. Bitte schickt Eure Anfragen an wg[at]willkommenimkiez.de.

Wir kooperieren mit der bundesweiten Struktur von Flüchtlinge Willkommen.

Für das Suchen und Anbieten von Wohnungen gibt es die neue Plattform fluechtlingswohnungen.org.

Eine Börse von sinnvollen Dingen (von Schnürsenkeln bis Computerbildschirm) für Geflüchtete ist ankommen.eu.

Eine echte Willkommenskultur für Geflüchtete

Refugees Welcome in Kneipen, Kinos, Wohnungen, usw. together

Wir öffnen unsere Räume, setzen uns mit den Bedürfnissen Geflüchteter auseinander, versuchen soziale und sprachliche Barrieren abzubauen und entwickeln eine echte Willkommenskultur. Mit dem Logo der Kampagne signalisieren wir dies nach außen. Im Hintergrund gibt es eine Vernetzung, in der wir gemeinsam konkrete Formen entwickeln, die allen gerecht werden.

Offener Brief an die Stadträt*innen

Wir, Bewohner*innen und Vereine aus Plagwitz und Lindenau, beobachten nicht erst mit dem Auftreten von Legida die aktuellen gesellschaftlichen Geschehnisse in Leipzig und Sachsen mit Sorge. Ein Lichtblick ist dazu die Entscheidung des Stadtrats vom 18.07.2012 zu dezentraler Unterbringung Geflüchteter in der Stadt. Um aber zu einem tatsächlich guten Konzept zu werden, braucht es persönliche Kontakte, Berührungspunkte im öffentlichen Leben und eine Offenheit für einen gemeinsamen Prozess.

Umso erschreckender ist, dass die Stadt und der Stadtrat aktuell ernsthaft erwägen, Geflüchtete, die nach Leipzig kommen, weiterhin in zentralen Orten unterzubringen. Nun steht zur Debatte, dies mit dem Ausbau des Flüchtlingsheims Torgauer Straße weiter zu zementieren und viel Geld in Konzepte zu stecken, die Isolation und Ghettoisierung bedeuten.

 

Wir wollen mit den Geflüchteten wohnen – und zwar hier im Viertel!

 

Zentrale Unterbringung

  • ist absolut ungeeignet, Menschen einen würdigen Alltag mit Privatsphäre und Individualität zu ermöglichen
  • verhindert einen guten Umgang mit psychischen Belastungen von Fluchterfahrungen
  • schafft Isolation und Ghettoisierung und macht es unmöglich, das jeweilige Wissen zu teilen und Freund*innenschaften zu gründen
  • ist viel teurer als die dezentrale Unterbringung in Wohnungen
  • ist leider an vielen Orten in Sachsen und Leipzig eine Zielscheibe für rassistische Drohungen und Gewalt

Es liegt in der Verantwortung der Stadtverwaltung, eine Situation zu schaffen, in der Geflüchtete in Sicherheit und Würde leben können.

 

Lindenau und Plagwitz haben bekanntermaßen einen sehr guten infrastrukturellen Ausbau. Hier gibt es Schulen, Kindergärten, Ärzt*innen, Apotheken, Öffentlichen Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Theater und Kinos. Es gibt (verhältnismäßig) wenige Nazis und eine offene Bürger*innenschaft. Und es gibt uns:

Als Vereine, Initiativen und Anwohner*innen arbeiten wir hier im Viertel in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und mit verschiedenen Anliegen. Uns eint das gemeinsame Interesse die komfortable Situation, in der wir uns befinden, mit Geflüchteten zu teilen und weiterzuentwickeln.

 

Geflüchtete sind eine Bereicherung – keine Bedrohung.

 

Leipzig wächst und schafft Platz für zehntausend Zuzüge im Jahr(1). Bei 28000 Haushalten in den Stadtteilen(2) ist es sofort möglich 200-300 Menschen in Plagwitz und Lindenau unterzubringen, wenn die bestehenden Möglichkeiten und Angebote aktiv aufgenommen und mitentwickelt werden – in Wohnungen, WGs und Neubauten.
Wir fordern die Stadt auf, so viele Plätze zur dezentralen Unterbringung wie möglich in unserem Viertel zu realisieren und Geflüchteten anzubieten. Entsprechende Mittel sollen hier zukunftsfähig investiert werden. Das heißt auch, dass wir jede*n einzelne*n Stadträt*in dazu auffordern, ihre jeweiligen Entscheidungen zur Unterbringung von Geflüchteten in Leipzig gut zu bedenken und den bereits gefassten Entschluss zur dezentralen Unterbringung umzusetzen.

Die Stadt entscheidet über die Unterbringung Geflüchteter im Viertel – wir öffnen und entwickeln unsere soziale Infrastruktur, um den Geflüchteten ihr Ankommen in einer fremden Stadt zu erleichtern. Gemeinsam mit der Stadt kann daraus eine echte Willkommenskultur entstehen.

 

Nachbarschaftsinitiative Willkommen im Kiez

 

Erstunterzeichner*innen:

about source (Agentur für Webentwicklung), Arne Linde / Galeristin, AundV e.V., Bandcommunity Leipzig e.V., Bewohner*innen der Merse88b, Bioladenkollektiv Schwarzwurzel, Casablanca e.V. (Kollektivhaus), Cineding, Die ganze Bäckerei, Elfenbeinturm e.V., Figurentheaterzentrum Lindenfels Westflügel e.V., Gedenkort Josephstraße 7, Gemeinschaftsbüro Merse95, Georgette e.V., Handstand und Moral e.V., Haushaltskommando e.V., Henriette e.V., Infoladen G16, Joseph_ine (queer-feministischer Stammtisch), Kritische Jurist_innen Leipzig, Kiezkanzlei, Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V., kubu | kunterbunte19, kunZstoffe e.V., {nee}klischee – queer_feministisches Partykollektiv, paranoid:paradise queer:film:festival, Politur e.V (Kollektivhaus), Rockzipfel Eltern-Kind-Büro, Zipfel e.V., Schaubühne Lindenfels gAG, Spieszgesellen e.V., Stadtgarten H17, Verein für Stadtteilförderung Wohn- und Kultur e.V., Werkstatt Lindenau, Westbloc GmbH, WG Merseburger Straße 38c, WG Schwarzkasse (Georg-Schwarz-Straße), 102 Prozent e.V.

 

(1) LVZ-Online, 28.11.2014: http://www.lvz-online.de/leipzig/citynews/leipzig-kratzt-an-der-550000-einwohnermarke-messestadt-haengt-dresden-weiter-ab/r-citynews-a-264860.html
(2) Leipzig-Informationssystem LIS: http://statistik.leipzig.de/(S(byz1wsqw4zuql1rxbcsxmmbp))/statdist/table_area.aspx?dist=51

Refugees Welcome

265 Unterschriften